Geschichte der Seide

Warenkorb Warenkorb: 0 Artikel | 0,00 EUR

Geschichte der Seide

Wer auf die Idee kam den Kokon des Seidenspinners zur Herstellung von Fäden zu verwenden um letztendlich Stoff daraus zu weben ist bis heute nicht zu 100 Prozent geklärt. Manche Quellen überschneiden sich in ihrer Aussage; eine richtige Antwort ist daraus aber wahrscheinlich nicht zu schließen. Eine Theorie besagt, dass die Kaiserin Si-Ling-Chi, nachdem sie von einer Schlange erschreckt auf einen Maulbeerbaum geklettert war, beobachtete, wie eine Raupe in einem glänzenden Fadenkokon verschwand. Von diesem Anblick inspiriert, so die Theorie, wollte sich die Kaiserin von nun an auch mit solch einem Faden kleiden.

Weitere Quellen geben Namen wie Kaiser Fu-Xi oder Xiling, die Frau des Kaisers Huang-Di, als Initianten der Seidenherstellung an. In einem Überschneiden sich jedoch die Theorien: Aufgrund archäologischer Untersuchungen gefundener Seide lässt sich der Begin des Seidenwebens auf ca. 3000 Jahre v. Chr. in China datieren.

Der Export von Seidenraupeneiern aus China stand zunächst unter absoluter Todesstrafe, das Privileg der Seidenspinnerzüchtung unterlag den chinesischen Kaiserinnen. Angeblich sollen um 2000 v Chr. Seidenraupeneier nach Korea geschmuggelt worden sein. Diese wurden von einer chinesischen Prinzessin in der Hochzeitsfrisur transportiert, da ebendiese nach Korea verheiratet wurde. Einige Jahre nach Christi Geburt entstand der erste Vorreiter der Krawatte, die heutzutage gehäuft aus Seide ist. In Rom wurden erste geknotete Tücher um den Hals getragen. Der Begin der Seidenraupenzucht in Japan und Persien wird auf 300 n. Chr. datiert. Mit der Zeit wurde die Seide auch in die westlichen Länder exportiert. In Rom zum Beispiel wurde das Gewicht der Seide mit dem gleichen Gewicht an Gold bezahlt. Der Preis wurde allerdings nicht nur durch die Rarität des Stoffes reguliert sondern auch Aufgrund der ca. 7 Jahre langen Reise, die die Händler von China nach Westen benötigten.

Ca. 500 n. Chr. sollen zwei persische Mönche einige in ihren Wanderstöcken versteckte Eier in das heutige Istanbul (damals Byzanz) gebracht haben. Später wurde Istanbul der Hauptproduzent der Seide in Europa. Ab dem 13. bzw. 14. Jahrhundert wurde Seide vorwiegend in Italien aber auch in Frankreich hergestellt. Im 18 Jahrhundert wurde Deutschland sehr wichtig in der Seidenproduktion, da Napoleon ein bedeutender Kunde war und Friedrich der Große die Seidenraupenzucht in Deutschland förderte. Zunächst 1828 wegen Aufständen und Lohnunzufriedenheit der Weber aber auch wegen des Parasitenbefalls der Raupen 1860 kam die Seidenindustrie in Deutschland zum Fall. Kurzzeitig lebte sie allerdings während des Zweiten Weltkrieges wieder auf, da Seide zur Produktion von Fallschirmen verwendet wurde. Heutzutage sind China, Brasilien, Thailand und Japan die größten Seidenproduzenten Weltweit.

Herstellung der Seide: Die Eier des Seidenraupenspinners werden ungefähr 3 Wochen bebrütet, bis die Seidenraupe schlüpft. Diese ernährt sich hauptsächlich, vor allem in der Zucht ausschließlich von frischen Blättern des Weißen Maulbeerbaumes. Daher auch der Name der Maulbeerbaumseide. Vom Zeitpunkt des Schlüpfens bis hin zur Verpuppung der Raupe vergehen insgesamt ca. 6 Wochen. In dieser Zeit frisst sie enorm viel und häutet sich 4 mal. Dann beginnt die Raupe sich zu verpuppen in dem sie einen Seidenfaden „ausspuckt“ und sich währenddessen Dreht. Nach 300.000 Kopfbewegungen und drei bis vier Tagen dauerhafter Produktion von Seidenfaden ist der Kokon fertig. Er ist weiß, gelb oder rosa.Nach 2 Wochen würde nun ein Schmetterling schlüpfen, doch dies wird bei der Zucht vermieden in dem die Kokons gekocht oder einer Heißluft ausgesetzt werden. Durch weitere Behandlung mit unter anderem einer Seifenlösung werden 4 solcher Kokons zu einem Seidenfaden zusammen gezwirnt, da der Faden ansonsten zu weich bzw. zu dünn wäre.Der nächste und letzte Arbeitsschritt ist das Weben des Seidenfadens. Dort gibt es verschiedene Verfahren die von Jacquard gewebter Seide über Grepe de Chine bis zu Grepe-Georgette-Seide reichen.

 

Verwendung von Seide

Seide wird meist in der Reinform verarbeitet, da sie sehr weich ist, glänzt und kaum knittert. Ein Grund warum Krawatten meist aus Seide sind ist zum einen, dass sich Seide sehr gut einfärben lässt. Der Farbenvielfalt von Krawatten sind also keine Grenzen gesetzt. Nachteil von Seide ist, dass sie gegen Sonneneinstrahlung so wie Laugen und Schweiß empfindlich ist. Doch wann gerät letzteres schon an eine Krawatte? Vorteile sind aber auch, dass sie Feuchtigkeit gut aufnimmt und ein guter Wärmeisolator ist. Da Seide als besonders wertvoll gilt und mitunter ein Prestigeartikel ist wird sie oft bei Festlichkeiten oder im Beruf als Kleidungsstück (zum Beispiel als Krawatte zum Anzug) eingesetzt. Bei der Reinigung sollte auf Waschmittel zurückgegriffen werden, die frei von Säure sind. Bügeln sollte man sie nur im noch feuchten zustand von links.

Aus genannten Gründen wird Seide zur Herstellung von Kleidern, Krawatten, Schals und Tüchern aber auch von Damenwäsche, Bettwäsche und Teppichen verwendet.